Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 4)

Amen uspisardam – wir habens geschafft

Wir feiern die Rückkehr der Familie Bekir/Kamberovik – Hajde hajde!

2016 wurde Azbije zusammen mit den kleinsten Kindern abgeschoben. Sami musste mit den älteren Kindern in Deutschland weiterkämpfen. Viele unterstützten die Familie. Seit August 2017 sind sie wieder vereint.
Viel ist erreicht und es ist höchste Zeit einmal zu feiern und uns und euch danke zu sagen.
Gleichzeitig wurde sehr viel Geld ausgegeben und wir wollen den Abend auch nutzen, um noch einmal Spenden zu sammeln

Kommt am Samstag, den 02.12. ins AZ Conni.
20 Uhr: Gespräch mit Familienmitgliedern und Unterstützer_innen
22 Uhr: Party mit musikalischem Coktail: Von Balkan und Talava über Trash bis Hiphop und Pop

Petition gegen Bettelverbote in Dresden

Seit Monaten läuft in Dresden eine öffentliche Debatte über das Betteln insbesondere von nicht-deutsch wahrgenommenen Menschen. Dabei will die Stadtverwaltung durch eine Verschärfung der Dresdner Polizeiverordnung ihre Möglichkeiten erweitern, repressiv gegen arme Menschen vorzugehen. Der Entwurf sieht vor, das Betteln von und mit Kindern mit 1000 Euro zu sanktionieren. Damit wird den Kindern jedoch nicht geholfen, sondern Bettler*innen werden kriminalisiert und unsichtbar gemacht.

Gemeinsam mit anderen Vereinen, Gruppen und Initiativen stellen wir uns als BettelLobby Dresden gegen jede Form von Bettelverboten. Die Bettellobby hat eine Petition gestartet, die die Dresdner Stadträt*innen auffordert, gegen die neue Polizeiverordnung zu stimmen. Wenn wir genug öffentlichen Druck erzeugen werden wir das Ziel erreichen, im rot-rot-grünen Stadtrat eine Mehrheit gegen die Verschärfung zu bekommen.

Bitte verbreitet das Anliegen weiter und unterzeichnet die Petition!

Filmvorführung und Diskussion: Warum die Wunde offen bleibt

Am Mittwoch, den 4.10. zeigen wir in der kosmotique ab 20 Uhr den Film “Warum die Wunde offen bleibt”, der sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2. und 3. Generation“ beschäftigt. Im Anschluss steht die Filmemacherin Marika Schmiedt für ein Gespräch zur Verfügung.

Im Mittelpunkt des Films stehen Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Anna Gleirscher-Entner arbeitet seit vielen Jahren als psychosoziale Beraterin und hat ein Sachbuch mit dem Titel „Das Unaussprechliche in der psychosozialen Beratung von Sinti und Roma“ verfasst. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist von ihrer Biografie – sie ist als elftes Kind in einer Sinti-Familie aufgewachsen – nicht trennbar. Die Erfahrungen, das Schweigen über den Holocaust, die Vertreibung und Ermordung von Familienmitgliedern, führten sie schlussendlich zu dem „Tabubruch“, öffentlich über kollektive und individuelle Traumata zu reden, zu publizieren. Elisabeth Brainin, eine Psychiaterin und Psychoanalytikerin, berichtet über psychologische Hintergründe der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, die den Nationalsozialismus und seine Implikationen gerne als Schlussstrichthema betrachtet. Das Nicht-Anerkennen und das fehlende Bewusstsein über Roma und Sinti als Opfergruppe des NS-Regimes führen zu einer erneuten Viktimisierung. weiterlesen →

Offener Tresen im September: Bericht aus Jelsava/Slowakei

Am Mittwoch, den 13. September, haben wir beim Tresen gegen Antiromaismus Hannah Köhler zu Gast, die uns bereits vor einigen Monaten einen Erfahrungsbericht über ihrer Arbeit zugesendet hatte.

Ein Jahr im Süden der Slowakei in einem Zentrum für Romakinder zu arbeiten, verändert die Weltsicht auf ganz besondere Weise. Die Auseinandersetzung mit der politischen Situation der Romabevölkerung wird real, wenn man den Betroffenen jeden Tag begegnet. Einige Organisationen versuchen, den Lebensalltag der jungen Generationen in diesem ärmsten Gebiet der Slowakei zu verbessern und ihnen Chancen für ein erfülltes Leben zu bieten. Aber reicht das?

Los geht’s wie immer um 20 Uhr in der kosmotique

Betteln ist ein Recht auf Stadt – Veranstaltungsreihe im September

Die Stadt Dresden will das Betteln einschränken. Zurzeit stehen Verbote von Betteln mit und durch Kinder zur Abstimmung, nachdem bereits Straßenmusiker*innen mit absurden Überregulierungen gegängelt werden. Dafür soll im September eine neue Polizeiverordnung im Stadtrat diskutiert werden. Das Kindeswohl wird vorgeschoben, um zu verschleiern worum es eigentlich geht: Kriminalisierung von Armen, Law&Order-Vorstellungen von den öffentlichen Räumen in der Stadt und autoritäre Fantasien davon, die Stadt „rein“ zu halten vom Anblick der Armut. Sittel, der Ordnungsbürgermeister, antwortete auf den Einwand, dass Kinder damit in illegale Tätigkeiten wie Diebstahl oder Prostitution getrieben würden, er sehe die Gefahr nicht: „vermutlich werden unsere Kontrollen eher eine örtliche Verdrängung in andere Städte zur Folge haben“. Das ist Stadtkosmetik im CDU-Style: Aus den Augen aus dem Sinn.

Gegen diesen Diskurs und gegen die neue Polizeiverordnung hat sich die BettelLobby Dresden zusammengefunden und möchte mit folgendem Veranstaltungsprogramm in die Betteldebatte intervenieren: weiterlesen →

„Wir verteidigen das Grundrecht auf Betteln“ – Tresen am 9. August

was, wie, wo und warum?
Ein Grundrecht auf Betteln? Gibt es das? Und was sind das für Leute, die sich dafür einsetzen?

Beim aktuellen Tresen gegen Antiromaismus wollen wir Euch die BettelLobby Wien vorstellen. Die Initiative unterstützt BettlerInnen dabei, sich gegen Polizei- und Behördenwillkür zu wehren und das mit beachtlichen Erfolgen.

Im Zuge dessen wollen wir mit Euch über die aktuelle Diskussion um ein geplantes Bettelverbot in Dresden sprechen. Was plant der Stadtrat? Was diskutiert die Presse und wie können wir ein Grundrecht auf Betteln verteidigen und wollen wir das überhaupt? Kommt vorbei, dann reden, trinken und rauchen wir.

Recht auf Stadt: Die Straße ist für alle da!

wann?
Mittwoch, 09. August ab 20 Uhr

wo?
kosmotique, Martin-Luther-Str. 13

Das (un)bekannte Andere. Verfolgung von Sinti und Roma in Sachsen

Für unseren nächsten Tresen am 14. Juni konnten wir Claudia Pawlowitsch gewinnen, die in lokalen Archiven zur Geschichte des Antiziganismus in Dresden forscht:

In Medien, Politik und Alltagsbewusstsein werden Vorurteile über Sinti und Roma beständig wiederholt. All jene Vorurteile über die größte europäische Minderheit finden sich seit vielen Jahrhunderten auch in den Unterlagen von Behörden wieder. Vor allem in obrigkeitlichen Mandaten, Verordnungen, polizeilichen Dienstanweisungen und Gesetzen sind die Ressentiments überliefert. Sie bildeten oft die Grundlage für Ausgrenzungen, Diskriminierung und Verfolgungen der als „Anders“ markierten. Das Vorurteil „Antiziganismus“, die zugrunde liegenden Motive und Auswirkungen werden in dem einführenden Vortrag von Claudia Pawlowitsch anhand lokalhistorischer Beispiele skizzenhaft offengelegt.

Claudia Pawlowitsch ist Forstwissenschaftlerin und Historikerin. Sie studierte an der TU Dresden und der Ben Gurion University of Negev und befasst sich seit vielen Jahren mit der lokalhistorischen und philosophischen Tragweite des Antisemitismus und Antiromaismus.

Wann?
Mittwoch, 14. Juni ab 20 Uhr

Wo?
kosmotique, Martin-Luther-Str. 13

Die vergessenen Kinder im Herzen Europas

Der folgende Artikel wurde uns von der Autorin zugesandt und wir freuen uns, ihn hier veröffentlichen zu können:

Wenn man in Deutschland nachmittags ein zwölfjähriges Kind begrüßt, geht man davon aus, dass es gefrühstückt hat, in der Schule war, dort Mittag gegessen hat und jetzt entweder seine Hausaufgaben macht, einem Hobby nachgeht oder mit Freunden spielt. Doch für die Kinder, mit denen ich arbeite, ist keines dieser Dinge selbstverständlich. Mein Name ist Hannah Köhler, ich arbeite seit einem halben Jahr als Freiwillige in einem Kinder- und Jugendzentrum mit den Romakindern Jelšavas zusammen und dies ist ihre Geschichte.

Jelšava ist ein kleines Dorf im Herzen der Slowakei, nur bekannt für seinen hohen Bevölkerungsanteil an Roma. Von den rund 3200 Einwohnern sind etwa 1300 Roma. Diese Gegend der Slowakei ist geprägt von schlechter wirtschaftlicher Entwicklung, hoher Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Vor langer Zeit war Jelšava eine reiche Stadt, aber von dem ehemaligen Reichtum zeugen nur noch die Kirchen und die Ruine des Kastells.
Vor mehreren Jahren hat der slowakische Staat versucht, den Anteil an Roma in Košice, der zweitgrößten Stadt der Slowakei, zu senken, indem ihnen billige Häuser in kleinen Orten angeboten wurden, unter anderem in Jelšava. Seitdem sind die Grundstückspreise hier dramatisch gesunken und die Häuser verstorbener Bewohner werden zumeist wiederum von Roma gekauft. weiterlesen →

Hetze von AFD Mitglied Tillschneider

Die AfD hetzt auf’s Übelste. Dazu die PRESSEMITTEILUNG von Romano Sumnal e. V. Leipzig:

Strafanzeigen gegen den AfD Abgeordneten Dr. Tillschneider

Wir haben Strafanzeigen wegen Volksverhetzung gegen Herrn Dr. Tillschneider gestellt und fordern ihn hiermit öffentlich zum Rücktritt auf. Derartige Aussagen wie die des Landtagsabgeordneten Tillschneider beleidigen unser Volk aufs tiefste und missachten die Schuld die Deutschland durch die Ermordung der Sinti und Roma in der Nazizeit auf sich genommen hat. Herr Tillschneider zeigt nicht nur keinen Respekt und keinen Sensibilität gegenüber diesen Tatsachen sondern agiert mit diesen Äußerungen volksverhetzend und rassistisch.

Von einem Landtagsabgeordneten mit Migrationshintergrund gebürtig aus Timisoara hätten wir mehr Professionalität und Verständnis, besonders gegenüber seinen rumänischen Landsleuten, erwartet. Stattdessen nutzt er die Armut und das Leid der in Sachsen-Anhalt lebenden Menschen aus Südosteuropa für seine politischen Zwecke.

Wir fordern den Landtag von Sachsen-Anhalt auf sich öffentlich von den Aussagen des Abgeordneten zu distanzieren und erwarten eine öffentliche Entschuldigung.

Abschiebungen stoppen!

Aufruf zur Demonstration am 17.12.2016 in Dresden

Das Netzwerk Asyl, Migration, Flucht und die Gruppen gegen Antiromaismus unterstützt den Demonstrationsaufruf verschiedener Gruppen und Initiativen für den kommenden Samstag in Dresden. Der erste Abschiebeflug ist in dieser Woche von Frankfurt am Main aus nach Kabul gestartet. Begleitet wurde er von landesweiten Protesten und Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsinitiativen, die vor einer humanitären Katastrophe warnen. Weitere Sammelabschiebungen nach Afghanistan sind angekündigt. Die Sicherheitslage, die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in Afghanistan sind katastrophal. Es gibt keine sicheren Gegenden in Afghanistan – Kämpfe, Bombenanschläge und Entführungen haben tausende Tote, Verletzte und Fliehende unter der Zivilbevölkerung zur Folge. Trotzdem plant die Bundesregierung in den kommenden Monaten zehntausende Menschen nach Afghanistan abzuschieben. Auch in Sachsen sind Geflüchtete betroffen – der sächsische Innenminister hat gestern die umstrittenen Abschiebungen öffentlich befürwortet.

Wir fordern ein Bleiberecht für alle, dauerhaften Schutz und die Chance auf Familiennachzug für aus Afghanistan geflüchtete Menschen! Die Abschiebungen nach Afghanistan müssen sofort gestoppt werden!

Zeigt euch solidarisch, unterstützt die Betroffenen, werdet aktiv! Abschiebungen stoppen. Nach Afghanistan oder sonstwohin. Kommt zur Demonstration am Samstag, 17.12.2016 um 12:30 auf den Theaterplatz in Dresden.

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